Bist du mutig? Heute möchte ich dich auf eine kleine Reise mitnehmen: in dich selbst. Eine Reise, die dir zeigt, wie dein Nervensystem gerade arbeitet, und vielleicht auch, warum Selbstliebe manchmal so schwer zu greifen ist, obwohl du alles „richtig“ machst.
Selbstliebe ist nicht nur ein Gefühl. Selbstliebe ist ein Zustand von innerer Sicherheit.
Aber was passiert, wenn dein System diese Sicherheit gerade nicht spürt? Ich habe drei typische Anzeichen zusammengestellt, die oft auftreten, wenn dein Nervensystem im Überlebensmodus ist und vielleicht erkennst du dich ja in dem einen oder anderen wieder.
1. Du analysierst dich ständig selbst
Du reflektierst viel, du verstehst deine Muster – und doch bist du innerlich nie wirklich entspannt. Es ist, als würde dein Körper immer wieder flüstern: „Habe ich genug getan?“
Das ist kein mangelndes Selbstbewusstsein. Es ist eine innere Alarmbereitschaft, die dein Körper über Jahre gelernt hat. Dein Nervensystem handelt aus Schutz und lässt dich deshalb vorsichtig bleiben, selbst wenn du eigentlich bereit wärst zu wachsen.
2. Du fühlst dich schnell verantwortlich für die Stimmung anderer
Vielleicht spürst du sofort, wenn etwas „nicht stimmt“. Und ein Teil von dir glaubt, du müsstest es lösen.
Das ist weniger dein Herz, das hier handelt, als dein Nervensystem, das die Situation harmonisch machen will – weil es gelernt hat: Harmonie = Sicherheit. Dein Körper hat diese Logik verinnerlicht. Er versucht, dich zu schützen, indem er Konflikte vermeidet oder Gefühle anderer ausgleicht.
3. Ruhe fühlt sich unangenehm an
Wenn es still wird, spürst du vielleicht Unruhe. Du greifst automatisch zum Handy, suchst Ablenkung oder willst noch irgendetwas erledigen. Dein Nervensystem ist es gewohnt, Aktivität mit Sicherheit zu verbinden und jetzt fehlt diese vertraute Struktur.
Dein Körper hat über Jahre gelernt, Sicherheit in Aktivität zu finden. Und wenn du dann mal still sein könntest, fühlt es sich ungewohnt an.
Selbstliebe bedeutet nicht, dass du dich permanent gut fühlen musst. Sie bedeutet, dass du in deinem eigenen Körper und in deinem Inneren Sicherheit spürst, besonders, wenn es still wird. Und genau das lässt sich trainieren.
Vielleicht erkennst du dich in einem oder sogar in allen Punkten wieder. Dann lade ich dich ein, diese Woche einfach zu beobachten. Nicht, um dich zu bewerten, nicht, um etwas zu ändern, sondern um dich näher kennenzulernen:
- Wo reagierst du schneller, als du möchtest?
- Wo verlierst du dich in den Erwartungen anderer?
- Wo spürst du Spannung im Körper, obwohl äußerlich alles „okay“ scheint?
Vielleicht ist dir schon beim Lesen aufgefallen: Diese Fragen bringen mehr als nur Gedanken ins Rollen. Sie deuten darauf hin, wie dein Nervensystem gerade arbeitet und wo noch Spannungen oder alte Muster aktiv sind.
Du musst jetzt nicht alles sofort lösen oder verändern. Beobachtung ist der erste Schritt. Und manchmal zeigt sich erst, wenn du dir selbst diese Aufmerksamkeit schenkst, ein klareres Bild davon, was du wirklich brauchst, um dich gehalten und sicher zu fühlen.
Wenn du magst, kannst du deine Antworten einfach aufschreiben, sie in Ruhe anschauen und spüren, was sich dabei in deinem Körper zeigt. Vielleicht erkennst du Muster, die du bisher übersehen hast. Vielleicht spürst du kleine Impulse, die dir zeigen: „Hier darf ich mehr auf mich achten.“
Durch meine Erfahrungen in den Sitzungen mit meinen KlientInnen wird mir immer wieder bewusst, dass das Thema „Sicherheit im eigenen Körper“ eine große Rolle spielt, auch wenn es oft nicht direkt benannt wird. Häufig liegt es im Verborgenen und ist den Klient:innen gar nicht bewusst. Es zeigt sich aber im Verhalten: wir funktionieren, passen uns an und leisten, oft aus einem Gefühl innerer Unsicherheit heraus.
Lass dein Nervensystem mal durchatmen
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass dich dieses Thema berührt. Vielleicht hast du dich in einem der Punkte wiedergefunden.
Innere Sicherheit beginnt nicht mit einem großen Schritt, sie beginnt mit einem Moment des Innehaltens.
Mit einem bewussten Atemzug, mit der Bereitschaft, dich selbst wahrzunehmen und mit der Erlaubnis, nicht funktionieren zu müssen.
Und wenn du merkst, dass du dabei Unterstützung möchtest, dass du dir einen gehaltenen Rahmen wünschst, um tiefer in dieses Thema einzutauchen, dann gibt es bei mir die Möglichkeit, entweder bei einer Gruppenbalance teilzunehmen oder direkt mit mir 1:1 zu arbeiten.
Du darfst beginnen, dich wieder sicher in dir zu fühlen.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment dafür.